Staatsarchiv Hamburg

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    Staatsarchiv Hamburg (Archiv)
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    622-1/276 Brüning
    622-1/277 Brunnemann
    622-1/278 Bunsen
    622-1/279 Burmester, Georg
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    622-1/286 Clodius
    622-1/287 Cropp
    622-1/288 Crusius
    622-1/289 Danckert
    622-1/290 Davids, Elise
    622-1/291 Delkeskamp, Peter Heinrich
    622-1/292 Dieck
    622-1/293 Dieckmann
    622-1/294 Diestel, Arnold
    622-1/295 Dohnanyi, Klaus von

    Full view Inventory

    Signatur: 622-1/295
    Name: Dohnanyi, Klaus von
    Laufzeit: 1697-1997
    Umfang: 79.5
    Beschreibung: Zur Biografie von Klaus von Dohnanyi

    Klaus Karl Anton von Dohnanyi wurde am 23. Juni 1928 in Hamburg als Sohn des Reichsgerichtsrates Hans von Dohnanyi und dessen Frau Christine (geb. Bonhoeffer) geboren. Nach dem Notabitur 1944 nahm er als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil. 1946 holte er das Abitur am Benediktiner-Kloster St. Ottilien nach und begann mit dem Studium der Rechtswissenschaft in München. Er promovierte 1949 "magna cum laude" über Grundstücksrecht zum Dr. jur. und studierte anschließend mit einem Stipendium an den US-Universitäten Columbia, Yale und Stanford. Anfang der 1950er Jahre arbeitete er am Max-Planck-Institut für Internationales Privatrecht und bei einer New Yorker Anwaltspraxis, bevor er ab 1953 für den Automobilkonzern Ford im Management tätig war, zuletzt als Leiter der Planungsabteilung. 1957 trat von Dohnanyi in die SPD ein. Ab 1960 baute er zusammen mit dem Ehepaar Ernst das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Infratest in München auf, dessen Geschäftsführer er bis 1967 war.
    Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller holte von Dohnanyi am 15. März 1968 als Staatssekretär in sein Bundesministerium. Im Oktober 1969 wechselte von Dohnanyi als parlamentarischer Staatssekretär in das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft und rückte im gleichen Jahr über die SPD-Landesliste als Abgeordneter in den Bundestag ein. Am 15. März 1972 übernahm von Dohnanyi das durch den Rücktritt von Minister Hans Leussink freigewordene Bildungsressort. Nach dem Wechsel des Bundeskanzlers (auf Willy Brandt folgte Helmut Schmidt) 1974 wurde von Dohnanyi zunächst mit außenpolitischen Aufgaben betraut, bevor er von Helmut Schmidt 1976 als Staatsminister ins Auswärtige Amt geholt wurde. 1978 wurde er zum Spitzenkandidaten der rheinlandpfälzischen SPD für die Landtagswahl im März 1979 gewählt. Er verzichtete jedoch mit Rücksicht auf sein Regierungsamt in Bonn auf das Landtagsmandat und wurde im Mai 1979 zum SPD-Landesvorsitzenden von Rheinland-Pfalz gewählt.

    Nach dem Rücktritt des Ersten Bürgermeisters von Hamburg, Hans-Ulrich Klose, am 25. Mai 1981 nominierte ihn ein Sonderparteitag der Hamburger SPD am 20. Juni zum Kandidaten für die Nachfolge. In der Bürgerschaft wurde er am 24. Juni 1981 mit allen SPD-Stimmen in den Senat gewählt, der ihn dann zum Ersten Bürgermeister bestimmte. Am gleichen Tage legte er sein Bundestagsmandat nieder. Am 6. Juni 1982 trat von Dohnanyi bei der Bürgerschaftswahl gegen den CDU-Politiker Walther Leisler Kiep an. Das Wahlergebnis mit einem nahezu gleichen Stimmenanteil der beiden großen Volksparteien verhinderte jedoch die Bildung eines voll arbeitsfähigen Senats, weshalb es am 19. Dezember 1982 zu einer Neuwahl der Bürgerschaft kam, in deren Folge von Dohnanyi weitere vier Jahre mit einer absoluten SPD-Mehrheit regieren konnte. Bei der Bürgerschaftswahl am 9. November 1986 kam es erneut zu einem Patt zwischen den beiden großen Volksparteien und von Dohnanyi regierte zunächst mit einem Minderheitssenat
    weiter. Nachdem Sondierungsgespräche für eine Große Koalition scheiterten, fand am 17. Mai 1987 eine Neuwahl statt, deren Ergebnis zu einer SPD/FDP-Koalition führte, so dass von Dohnanyi weiter als Erster Bürgermeister regieren konnte. Im Konflikt um acht besetzte Häuser in der Hafenstraße drängte er danach auf eine friedliche vertragliche Lösung.

    Am 10. Mai 1988 gab von Dohnanyi seinen - für die Öffentlichkeit überraschenden - Rücktritt als Bürgermeister und Mitglied der Bürgerschaft bekannt und begründete diesen Schritt u.a. mit der langen Zeit seiner politischen Aktivitäten. In den Folgejahren widmete sich Klaus von Dohnanyi der internationalen Friedenspolitik, wurde Mitglied im Club of Rome und übte diverse publizistische Tätigkeiten aus. Ab 1990 war er auch als Beauftragter der Treuhandanstalt für die Privatisierung ostdeutscher Kombinate zuständig. Der Hamburger Senat verlieh Klaus von Dohnanyi 2003 die Bürgermeister-Stolten-Medaille für seine besonderen Verdienste um die Stadt.

    Zur Bestandsgeschichte:

    Beim überwiegenden Teil der bis zum heutigen Zeitpunkt dem Staatsarchiv abgelieferten Unterlagen handelt es sich um Schriftgut, welches zum Stichdatum des Rücktritts von Klaus von Dohnanyis als Erster Bürgermeister in dessen Amtsräumen lagerte und seine Amtstätigkeit in der Zeit zwischen 1981 und 1988 dokumentiert. Einen besonderen Schwerpunkt seiner Tätigkeit in den letzten beiden Jahren als Bürgermeister bildete der Konflikt um die besetzten Häuser in der Hafenstraße, die deshalb auch in einer gesonderten Klassifikationsgruppe des vorliegenden Findmittels dokumentiert sind. Ferner finden sich Handakten aus seinen früheren Tätigkeiten als Staatssekretär bzw. Bundesminister im Bildungs- und Wissenschaftsministerium sowie dem Auswärtigen Amt. Schriftgut mit rein privatem Charakter, welches normalerweise in Familienarchiven zu finden ist, macht nur einen sehr geringen Anteil aus. Die Ablieferung der Unterlagen an das Staatsarchiv erfolgte in mehreren Abschnitten. Zunächst übergab Klaus von Dohnanyi zum Ende seiner Amtszeit im Mai 1988 einen Adelsbrief (710-1 II, Threse, 622-1/295, 1). Bis 1992 lagerten in der Staatlichen Pressestelle rund 60 Umzugskartons mit seiner persönlichen Registratur. Auf Veranlassung von Klaus von Dohnanyi wurden im Januar 1994 diese Unterlagen an das Staatsarchiv abgeliefert. Mit Unterstützung der damaligen Staatsrätin Barbara Maier-Reimer erfolgte im Frühjahr 1994 eine erste Sichtung der abgelieferten Unterlagen, die rund 106 Regalmeter umfassten. Dabei wurden einige noch im Rathaus benötigte Vorgänge und Akten der Senatskanzlei ebenso ausgesondert wie etliche Bücher, Zeitschriften und andere Periodika, die zur Weitergabe an andere Institutionen vorgesehen waren (hauptsächlich für die Universität Leipzig). Für einzelne Schriftstücke, die offenkundig besonderer Geheimhaltung bedurften, wurde von Frau Maier-Reimer die Sekretierung bzw. Kassation verfügt. Diverse Schallplatten und private Briefumschläge wurden an Klaus von Dohnanyi ebenso zurückgegeben wie einige Aktenordner mit privatem Inhalt (Steuererklärungen, Infratest, Waldorfschule, Unterlagen zur Wiedergutmachung). Insgesamt verringerte sich der Bestand durch diese erste Bearbeitung bereits um ca. 15 Regalmeter. Am 14. Juli 1994 wurde dann zwischen dem Staatsarchiv und Klaus von Dohnanyi schriftlich vereinbart, dass die verbliebenen Unterlagen als Grundstock für ein zukünftiges Familienarchiv dauerhaft aufbewahrt werden sollen. Eine Anreicherung und Ergänzung der Unterlagen durch weitere Ablieferungen (wie z.B. private Papiere) wurde ebenfalls vereinbart. Im August 2000 löste Klaus von Dohnanyi auch sein privates Büro auf und lieferte weitere Kartons mit überwiegend losem Schriftgut ab, wobei der Umfang dieser Nachlieferung ca. fünf Regalmeter betrug. Von Dezember 2005 bis Juli 2007 wurden die bis zu diesem Zeitpunkt abgelieferten Unterlagen durch ein Team des Staatsarchivs erschlossen. Größere Kassationen wurden dabei gemäß früherer Absprachen nicht vorgenommen; vernichtet wurden lediglich Doppelstücke von Drucksachen und einige überzählige Durchschriften von Briefen. Bei der Verzeichnung wurden jedoch einige Akten, die nach Rücksprache mit dem Deponenten zu einem späteren Zeitpunkt zur Kassation vorgeschlagen werden sollen, mit einem "k" gekennzeichnet (dieses folgt nach der Aufnahme des Titels in runden Klammern). Sammelakten mit durchnummerierten Entwürfen von Reden, Interviews und Artikeln, die gleich mehrere Abschnitte der diversen Tätigkeiten Klaus von Dohnanyis abdecken, wurden der Übersichtlichkeit halber als eigener Klassifikationspunkt vorangestellt; es ist aber zu beachten, dass einzelne Reden auch durchaus noch den jeweiligen Klassikationsstufen zugeordnet sein können.

    gez. Christina Ahrens, Iris Groschek, Alexandra Quauck, Volker Reißmann, Dr. Heidelies Wittig

    Jede Archivguteinheit ist wie folgt zu zitieren: Staatsarchiv Hamburg, 622-1/295 Dohnanyi, Klaus, von, Nr. ...;
    Literaturangaben: Jochen Thies: Die Dohnanyis: Eine Familienbiografie. - München: Propyläen, 2004. - 416 S. - Bestellsignatur in der Bibliothek des Staatsarchivs: A 754/0022-03
    Schutzfristdauer 1: 60 Jahre
    Schutzfristende 1: 31.12.2057
    Schutzfristkategorie 1: 10/90/60 Jahre (HmbArchG §5 Abs. 2 S. 1 Nr. 2) / 30 Jahre (HmbArchG §5 Abs. 2 S. 1 Nr. 1)
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