Verwaltungsgeschichte Die Neuordnung der Beziehungen der deutschen Länder, die mit der neuen Reichsverfassung des Jahres 1919 vorgenommen wurde, führte zur Aufhebung der Hanseatischen Gesandtschaft in Berlin. Reichsregierung und Länder einigten sich darauf, untereinander keine Gesandtschaften mehr zu unterhalten. Der Wunsch Hamburgs stattdessen eine gemeinsame Vertretung der drei Hansestädte in Berlin zu installieren, scheiterte an der Ablehnung der Bremer Unterhändler, die Interessenkollisionen befürchteten. Der letzte Geschäftsträger der Hanseatischen Gesandtschaft in Berlin, Karl Sieveking, wurde am 30. Juni 1920 in den Ruhestand versetzt. Schon ab 1919 hatte es neben der Hanseatischen Gesandtschaft eine provisorische Vertretung Hamburgs in Berlin gegeben, die anfangs von verschiedenen Senatoren geleitet wurde, die zu diesem Zweck abwechselnd nach Berlin fuhren. Die neu einzurichtende Vertretung sollte "Gesandtschaft" und der Vertreter "Gesandter" genannt werden, obwohl es sich nicht um eine Gesandtschaft im völkerrechtlichen Sinne handelte. Die Geschäftsträger im einzelnen:
04.11.1920 - 20.07.1925 Justus Strandes, Senator, kommissarischer Leiter der Gesandtschaft 21.07.1925 - 31.03.1930 Justus Strandes, Gesandter 01.04.1930 - 31.03.1933 Carl Anton Piper, Gesandter 01.04.1933 - Peter Ernst Eiffe, Gesandter, Leiter der Vertretung Hamburgs in Berlin (ab 27.8.1939 außer Diensten wegen Einberufung zum Militärdienst) Während des Krieges wurden verschiedene hamburgische Beamte mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Leiters der Vertretung beauftragt.
Durch Senatsbeschluß vom 21.2.1934 wurde die Gesandtschaft in "Geschäftsstelle Berlin des Hamburgischen Staatsamts" umbenannt; am 6.4.1934 erhielt sie den Namen "Vertretung Hamburgs in Berlin".
Archivierungsgeschichte Der Bestand besteht aus nur wenigen Akten, die von der Vertretung ausgesondert und 1939 an das Staatsarchiv abgegeben wurden. Das Gebäude der Vertretung (Lessingstraße 58) wurde in der Nacht vom 22. zum 23. November 1943 durch Bombenabwurf vollständig zerstört, das Archiv vernichtet. Die Vertretung fand im Gebäude des Verkehrsministeriums in Potsdam (Bertinistr. 1-5) eine Ersatzunterkunft. Im Zuge der Besetzung kamen die verbliebenen Akten abhanden bzw. wurden zerstört. |